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Frauen, die nach den Sternen greifen

Frau im Raumanzug

Zum Weltfrauentag am 8. März

Im Jahr 2018 feiern wir 100 Jahre Frauenwahlrecht. Und vor 55 Jahren flog mit Walentina Tereschkowa die erste Frau ins Weltall. Wann wird endlich die erste deutsche Astronautin folgen und wie weit geht die Gleichberechtigung im Weltall? Und was hat das alles mit dem DPMA zu tun?

Hidden Figures – Unbekannte Heldinnen der NASA

In den 50er- und 60er Jahren arbeiteten Frauen mit afroamerikanischen Wurzeln für die US-amerikanische NASA als "Rechenmaschinen": In einer Zeit, als die Rassentrennung noch an der Tagesordnung war, kalkulierten sie Flugbahnen oder werteten Messdaten aus. Dabei waren sie weit mehr als menschliche Computer: So half die Mathematikerin Katherine Johnson maßgeblich beim Vorstoß in den Weltraum. Ihre Berechnungen brachten die ersten US-Amerikaner ins All, in die Erdumlaufbahn und auf den Mond. Dafür erhielt die heute fast 100-Jährige von Präsident Barack Obama im November 2015 die höchste zivile Ehrung der Vereinigten Staaten, die Freiheitsmedaille. Und erst vor Kurzem wurde mit dem Film "Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen" auf diese bisher weitgehend unbekannte Geschichte der NASA-Forschung aufmerksam gemacht.

Codename "Tschaika" – die erste Frau im Weltall

Um im "Wettstreit der Systeme" zu gewinnen, durfte bereits im Juni 1963 mit der Sowjetbürgerin Walentina Tereschkowa die erste Frau ins Weltall fliegen. Als gelernte Näherin bildete sie sich neben der Arbeit in einer Abendschule zur Technikerin weiter. Dabei hatte sie schon als Kind von einer Reise zu den Sternen geträumt und wäre "...zur Not auf einem Besen dort hingeflogen." Der Raumflug der begeisterten Fallschirmspringerin dauerte damals ganze 71 Stunden; 48 Mal umkreiste die junge Frau mit dem Codenamen "Tschaika" (Möwe) die Erde. Sie war damit der zehnte Mensch im Weltall und der sechste Kosmonat der UdSSR. Es sollte aber ganze 19 Jahre dauern, bis mit Swetlana Sawizkaja eine weitere Frau den Weltraum eroberte und sogar einen Weltraumausstieg unternahm. Denn, wie die Welt erst dreißig Jahre später erfuhr, schrammte der erste Weltraumflug einer Frau haarscharf an einer Katastrophe vorbei: Das Raumschiff stieg wegen einer "Ungenauigkeit" im automatischen Programm immer höher. Erst am zweiten Flugtag konnte der Fehler korrigiert und sie auf eine normale Flugbahn gebracht werden.

Knapp zwanzig Jahre nach Walentina Tereschkowa flog die erste Amerikanerin, Sally Ride, am 18. Juni 1983 als dritte Frau ins All. Im Jahr 2012 folgte die erste Taikonautin aus China, Liu Yang. Inzwischen stellen Frauen fünfzig Prozent der US-amerikanischen Astronautenteams.

Gleichberechtigung im Weltall: Die Initiative "Die Astronautin" will 2020 die erste Deutsche ins All schicken

Und deutsche Kosmonautinnen oder Astronautinnen? Sucht man bisher vergeblich auf den "Listen der Raumfahrer". Zwar gab es in den 80er Jahren durchaus zwei deutsche Anwärterinnen für einen Weltraumflug: Heike Walpot und Renate Brümmer – sie haben das Astronautentraining absolviert, kamen aber nicht zum Einsatz.

Das soll sich jetzt ändern: Die Initiative "Die Astronautin" möchte im Jahr 2020 die erste deutsche Frau ins Weltall bringen. Im April 2017 wurden in Kooperation mit dem deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zwei Astronautinnen ausgewählt. Dr. Insa Thiele-Eich und Dr. Suzanna Randall haben im August 2017 ihr Training für den Flug ins All begonnen. Dabei soll die Mission vor allem junge Mädchen und Frauen für die Raumfahrt, Naturwissenschaften, Mathematik und Technik begeistern.

Das DPMA ist Partner der "Komm – mach MINT" - Initiative

Wer seinen Traum leben möchte, muss nicht gleich ins Weltall fliegen, ein Studium eines der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) eröffnet beste Karrierechancen. Zum Beispiel als Patentprüferin für Luft- und Raumfahrttechnik im DPMA, wo man jeden Tag die neuesten technischen Innovationen auf Herz und Nieren prüft. Voraussetzung ist ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium und Berufserfahrung in diesem Bereich. Im DPMA bieten sich dabei neben familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen auch gute Aufstiegschancen zum Beispiel als Leiterin/Leiter einer der 32 Patentabteilungen. Das DPMA möchte mehr Frauen für diese Tätigkeit begeistern und den Anteil von derzeit knapp 20 Prozent Patentprüferinnen deutlich erhöhen. Aus diesem Grund ist das Amt Partner der bundesweiten Initiative "Komm – mach MINT.", die Frauen und Mädchen für Technik-Berufe begeistern will.

Einmal Weltraum und weiter...

Der Traum vom Weltraum lebt weiter. So soll es in ein paar Jahren sogar möglich sein, zum Mars zu fliegen. Und vielleicht sind auf dieser Mission fünfzig Prozent Frauen dabei. Walentina Tereschkowa, die im vergangenen Jahr ihren 80. Geburtstag feiern konnte, würde gerne noch mitfliegen, um zu schauen, ob es dort Leben gegeben hatte... Daran hindern würde sie auch nicht, dass es von dieser Reise wohl wegen der Entfernung keine Rückkehr gäbe.

Bild: iStock.com/cloudytronics

Stand: 25.05.2018 

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