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Die Innovations-Roadshow läuft

Patent, Gebrauchsmuster, Marke und Design strategisch nutzen und von den Erfahrungen anderer Unternehmen aus der Region lernen - das ist die Idee der Innovations-Roadshow des DPMA und seiner Partner - die Deutschlandtour ist jetzt gestartet

"Deine Idee. Dein Schutz. Dein Business."

Wann setze ich Patent, Gebrauchsmuster, Marke und Design ein – und was muss ich dafür tun? Wie kann der Schutz geistigen Eigentums zum Teil meiner Unternehmensstrategie werden? Und was passiert eigentlich, wenn andere mein Schutzrecht verletzen? Bei der Roadshow gibt es Basiswissen und Praxisinfos. Expertinnen und Experten aus dem Deutschen Patent- und Markenamt, von der Arbeitsgemeinschaft der Patentinformationszentren, von der Deutschen Industrie- und Handelskammer, von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH sowie von der Vereinigung von Fachleuten des Gewerblichen Rechtsschutzes (VPP) liefern Impulse für den Schutz von Innovationen und Ideen. Ein Herzstück der Veranstaltung: Unternehmen aus der Region, die bereits gewerbliche Schutzrechte wie zum Beispiel Patente und Marken einsetzen, berichten von ihren Erfahrungen. So können Unternehmen direkt voneinander lernen.

Robert Lemperle
Hauptabteilungsleiter Information beim Deutschen Patent- und Markenamt

"Von kleinen und mittelgroßen Unternehmen kommen so viele wertvolle Innovationen und Ideen. Diese frühzeitig mit gewerblichen Schutzrechten abzusichern, kann betriebswirtschaftlich entscheidend sein – und trägt zum langfristigen unternehmerischen Erfolg bei. Bei der Roadshow gehen wir zusammen mit unseren Partnern auf alle Fragen dazu ein. Zudem ist die Veranstaltung ein Angebot, sich in der Region dauerhaft zu dem Thema zu vernetzen."

Informationen zum Programm

Das sagen Partner zur Innovations-Roadshow

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Patentinformationszentren piznet e.V.
Arne Krüger

"Bei der Innovations-Roadshow wird greifbar, welchen konkreten wirtschaftlichen Wert ein gut eingesetztes Schutzrecht geistigen Eigentums für ein Unternehmen entwickeln kann – in Verhandlungen, bei der Finanzierung, im Wettbewerb. Für mich sind die Veranstaltungen der Auftakt einer Arbeitsbeziehung. Ob Gründerinnen und Gründer, Start-ups oder traditionelle KMU: Der Weg zum Patentinformationszentrum oder zur IHK in der Region steht allen in den Wochen danach offen."

Präsident des VPP, Vereinigung von Fachleuten des Gewerblichen Rechtsschutzes
Peter Berg

"Start-ups und KMU stehen häufig vor der Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen die richtigen Entscheidungen zum Schutz ihrer Innovationen zu treffen. Die Roadshow vermittelt praxisnah, wann Patente, Marken oder Designs die geeigneten Instrumente sind und wie sich geistiges Eigentum sinnvoll in die Unternehmensstrategie integrieren lässt. Gerade für junge Unternehmen kann ein einzelnes Schutzrecht erhebliche Wirkung entfalten, wenn Qualität, Timing und strategische Einbindung stimmen."

Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer
Peter Adrian

"Die Innovations-Roadshow setzt ein starkes Signal für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Gewerbliche Schutzrechte sind insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ein wichtiger Hebel, um Innovationen zu schützen und Investoren zu überzeugen."

Vierte Station: Hamburg

Gullideckel mit der Aufschrift "Freie Hansestadt Hamburg" und dem Stadtwappen

Das sagen Unternehmen aus der Region zur Arbeit mit gewerblichen Schutzrechten:

CEO, Aortex UG, Hamburg
Henry Stehle

"Der Schutz unseres geistigen Eigentums ist für uns als Medizintechnik-Start-up der Kern unseres Unternehmenswerts. Wir halten ein deutsches Patent, haben für weitere Länder eine PCT-Anmeldung gemacht und arbeiten an der nächsten europäischen Anmeldung. Was uns Patente bringen? Wir können so die Innovationskraft von Aortex unter Beweis stellen, kommerzialisieren und schützen."

Teamlead IP-Analytics, Löwenstein Medical Technology GmbH + Co. KG, Hamburg
Dr. Saskia Wolf

"Innovationen entstehen durch gute Ideen. Zum Erfolg werden sie, wenn Technologie, Marktverständnis und vor allem ein strategischer Umgang mit Schutzrechten des geistigen Eigentums zusammenspielen. Unser IP-Team schafft dabei Orientierung: Es liefert die Informationen, die Unternehmen benötigen, um Innovationen gezielt weiterzuentwickeln, wirksam zu schützen und erfolgreich am Markt zu positionieren."

Innovations-Roadshow in Hamburg: Ideen von Anfang an strategisch schützen

Zwei Podiumsgespräche, zwei Schutzrechte und eine Botschaft, die sich durch den Hamburger Nachmittag zog: Wer Innovationen erfolgreich schützen will, sollte sich frühzeitig Gedanken über die richtige Strategie machen. Bei der vierten Station der Innovations-Roadshow 2026 standen deshalb nicht nur Patente im Mittelpunkt. Unter dem Motto "Deine Idee. Dein Schutz. Dein Business." bekam in Hamburg auch die Marke ihre eigene Bühne. Nach Berlin, Rostock und Kiel machte die Innovations-Roadshow am 3. September Station in der Handelskammer Hamburg – und erreichte damit zugleich die Halbzeit ihrer ersten Tour durch Deutschland. Vier Stationen liegen hinter den Partnern, vier weitere folgen bereits in der kommenden Woche. Hamburg setzte dabei einen eigenen Akzent: Erstmals standen zwei Podiumsgespräche im Zentrum der Veranstaltung. Eines widmete sich dem Markenschutz, das zweite der Frage, wie aus einer Erfindung ein wirtschaftlicher Erfolg werden kann. Eine bewusste Gewichtung, denn wenn über den Schutz von Innovationen gesprochen wird, richtet sich der Blick häufig zuerst auf Patente. Für den wirtschaftlichen Erfolg eines Produkts kann eine starke und geschützte Marke jedoch ebenso entscheidend sein.

Katharina Thomsen von der Handelskammer Hamburg, Abteilungsleiterin Technologie, Wissen & IT bei der Handelskammer Hamburg, begrüßte die Gäste und schlug dabei einen ungewöhnlichen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart. Seit 1665 vertritt die Handelskammer die Interessen der Hamburger Wirtschaft – Thomsen erinnerte daran, dass schon in ihrer Gründungszeit der Schutz des Handels vor Piraterie eine wichtige Rolle spielte. Mehr als 350 Jahre später hat das Thema unter völlig anderen Vorzeichen nichts von seiner Aktualität verloren: Heute gehört Produktpiraterie zu den Herausforderungen, gegen die Unternehmen ihre Ideen, Produkte und Marken schützen müssen.

Zum Auftakt richtete Robert Lemperle vom Deutschen Patent- und Markenamt den Blick auf eine ganz praktische Frage: Was tun, wenn aus einer Idee eine technische Innovation geworden ist? Seine Botschaft an kleine und mittlere Unternehmen: Den Einstieg in den Patentschutz nicht unnötig aufschieben. Eine deutsche Patentanmeldung kostet zunächst 40 Euro. Damit ist der Anmeldetag gesichert – und das Unternehmen gewinnt Zeit, die Innovation weiterzuentwickeln und strategische Entscheidungen über Vermarktung, Finanzierung oder einen späteren internationalen Schutz zu treffen. Wie wertvoll Schutzrechte sein können, zeigte Lemperle auch im Vergleich: Ohne Schutz können Wettbewerber eine erfolgreiche Innovation aufgreifen; mit Schutz lässt sich der eigene Vorsprung besser sichern und wirtschaftlich nutzen.

"Wenn Sie vorhaben, nicht erfolgreich zu sein, melden Sie keine Marke an."

Robert Lemperle, Elvis Bogicevic, Dr. Jan Peter Heidenreich, Dr. Thomas Marx, Katharina Thomsen

Pointierter hätte Dr. Thomas Marx, Director IP bei Löwenstein Medical Technology, die Bedeutung von Markenschutz kaum zusammenfassen können. Im ersten, von Katharina Thomsen moderierten Podiumsgespräch wurde schnell deutlich: Die Frage, ob sich eine Marke lohnt, hängt nicht in erster Linie von der Größe eines Unternehmens ab. Markenschutz kann bereits für ein Ein-Personen-Unternehmen relevant sein – und wird umso wichtiger, je erfolgreicher ein Produkt wird. Wie schnell das praktisch relevant werden kann, zeigte Elvis Bogicevic, Gründer und Geschäftsführer von ELVIS Eishandwerk. Für seine Geschäftsidee – Eis im Glas – kam Patentschutz nicht in Betracht. Umso wichtiger wurde die Marke. Allerdings führte der gewählte Name zu einem Konflikt mit den Rechteinhabern von Elvis Presley. Mit anwaltlicher Unterstützung gelang schließlich eine Einigung. Sein Learning daraus: Professionelle Beratung hätte viel früher erfolgen sollen. Zeit und Geld dafür stehen in keinem Verhältnis zu den möglichen Folgen eines späteren Konflikts. Dr. Jan Peter Heidenreich von BONABRY bestätigte diese Erfahrung aus seiner Beratungspraxis: Häufig suchen Unternehmen erst Unterstützung, wenn bereits ein Problem entstanden ist – und das betrifft keineswegs nur kleine Unternehmen. Gerade auf großen Verkaufsplattformen können eigene Markenrechte entscheidend sein, um wirksam gegen Nachahmer vorgehen zu können. Dass Markenschutz mit der Eintragung nicht endet, zeigte die Diskussion ebenfalls. Während kleinere Unternehmen mögliche Nachahmungen mitunter eher zufällig entdecken – ELVIS Eishandwerk wurde beispielsweise über Social Media auf einen ähnlichen Auftritt eines anderen Eiscafés aufmerksam –, gehören bei größeren Unternehmen systematische Kollisions- und Marktüberwachungen zum Alltag. Bei Fälschungen kann zudem der Zoll ein wirkungsvolles Instrument sein. Für Unternehmen mit kleinem Budget hatte Heidenreich einen pragmatischen Rat: zunächst die Kernmarke identifizieren, die relevanten Waren und Dienstleistungen bestimmen und festlegen, in welchen Märkten Schutz tatsächlich benötigt wird. Alles Weitere kann darauf aufbauen. Auch Fragen aus dem Publikum – etwa zum Unterschied zwischen Wort- und Wort-/Bildmarken, zu Fake-Rechnungen oder zur Entscheidung zwischen deutscher und Unionsmarke – zeigten, wie konkret der Informationsbedarf ist.

Drei Hebel für innovative KMU

Mit dem zweiten Teil des Nachmittags wechselte die Perspektive von der Marke zum Patent. Christian Schmütz von NXP Semiconductors stellte zunächst den VPP und sein branchenübergreifendes Netzwerk vor und richtete den Blick anschließend auf drei Hebel, mit denen Patente gerade für innovative KMU wirtschaftlich relevant werden können: den eigenen Vorsprung sichern, Werte sichtbar machen und teure Blindflüge vermeiden. Patente können aus einem technischen Vorsprung eine verteidigbare Marktposition machen. Gleichzeitig machen sie immaterielle Werte eines Unternehmens für Banken, Investoren oder Lizenzpartner sichtbar und verhandelbar. Und wer sich frühzeitig mit der Freedom-to-Operate-Situation beschäftigt, reduziert das Risiko, mit der eigenen Entwicklung unbeabsichtigt in Rechte anderer einzugreifen.

Wie wird eine Erfindung zum Erfolg?

Peter Berg, Karin Berger, Dr. Birgit Fill, Ingeborg Graefe, Henry Stehle, Dr. Saskia Wolf

Diese Frage stand im Mittelpunkt des zweiten, von Peter Berg, Präsident des VPP, moderierten Podiumsgesprächs mit Henry Stehle, Dr. Saskia Wolf von Löwenstein Medical, Ingeborg Gräfe von tesa, Karin Berger und Dr. Birgitt Fill vom DPMA. Die Erfahrungen aus Medizintechnik, Industrie, Beratung und Patentpraxis machten dabei vor allem eines deutlich: Ein Patent ist kein Selbstzweck. Es muss zum Geschäftsmodell passen. Für ein junges Medizintechnikunternehmen können Patente beispielsweise die Voraussetzung dafür schaffen, zwischen eigener Vermarktung und Lizenzierung wählen zu können. Bei etablierten Unternehmen wie Löwenstein Medical oder tesa SE sind Schutzrechte dagegen Teil einer umfassenden Innovations- und Wettbewerbsstrategie. Welche Märkte sind wichtig? Wo befinden sich Wettbewerber? Wo gibt es technologische Lücken? Und womit soll eine Innovation letztlich Geld verdienen? Erst aus diesen Fragen ergibt sich die passende Patentstrategie. Karin Berger lenkte den Blick auf zwei Fehler, die gerade kleinere Unternehmen vermeiden sollten: Eine Innovation wird zu früh veröffentlicht – oder mit dem Schutz wird zu lange gewartet. Wer vor einer Anmeldung zu viel preisgibt, kann sich Schutzmöglichkeiten verbauen. Wer dagegen erst reagiert, wenn der wirtschaftliche Erfolg bereits sichtbar wird, riskiert Nachahmung. Auch Henry Stehle betonte deshalb die notwendige Balance zwischen Kommunikation und Geheimhaltung. Wie wichtig Patente für den Unternehmenswert sein können, wurde aus unterschiedlichen Perspektiven deutlich. Ingeborg Graefe berichtete aus der Praxis eines großen Patentportfolios bei tesa SE. Für Henry Stehle wiederum sind Patente ein wichtiges Instrument im Gespräch mit Investoren. Er hob dabei ausdrücklich die sorgfältige Prüfung durch das DPMA als Vorteil hervor: Ein belastbar geprüftes Patent habe einen hohen Wert und lasse sich entsprechend verteidigen. Zugleich wurde ein Spannungsfeld angesprochen, das gerade Start-ups betrifft: Sie brauchen Geschwindigkeit, ein belastbares Patent braucht Sorgfalt. Auch Dr. Birgitt Fill vom DPMA warb dafür, die Hürden nicht größer wahrzunehmen, als sie tatsächlich sind. Zwar stammen viele Patentanmeldungen von Großunternehmen; die Erfahrungen von KMU mit eigenen Schutzrechten seien jedoch vielfach positiv. Beratung und frühzeitige Information können dabei helfen, Vorbehalte gegenüber Kosten, Aufwand und Verfahren abzubauen.

Kann KI den Patentanwalt ersetzen?

Eine Frage aus dem Publikum führte schließlich zu einem Thema, das auch vor Patentanmeldungen nicht haltmacht: Künstliche Intelligenz. Fill berichtete, dass es bereits Anmeldungen gebe, bei denen der Einsatz von KI bei der Erstellung vermutet werde – eindeutig feststellen lasse sich dies allerdings nicht.
Die anschließende Diskussion zeigte Chancen, aber auch Grenzen. Eine Patentanmeldung muss nicht nur im Prüfungsverfahren bestehen, sondern gegebenenfalls Jahre später auch einem Einspruch oder einer gerichtlichen Auseinandersetzung standhalten. Ingeborg Graefe unterstrich deshalb den Wert professioneller Beratung: Wer mit einem Patent die Grundlage für ein langfristig erfolgreiches Geschäft legen wolle, sollte gerade am Anfang Expertise hinzuziehen. KI könne unterstützen, die Erfahrung von Fachleuten aber nicht ersetzen. Der Tenor des Podiums war entsprechend klar: KI eröffnet neue Möglichkeiten – Erfinderinnen und Erfinder bleiben jedoch Menschen, und aus einer guten technischen Idee wird nicht automatisch eine gute Patentanmeldung.

Halbzeit: vier Stationen, vier weitere folgen

Mit Hamburg ist die Halbzeit der Innovations-Roadshow 2026 erreicht. Berlin, Rostock, Kiel und Hamburg liegen hinter uns; bereits in der kommenden Woche folgen Bremen, Hannover, Dortmund und Aachen. Nach vier sehr unterschiedlichen Stationen zeichnet sich schon jetzt ab, wie viele Facetten der erfolgreiche Umgang mit geistigem Eigentum haben kann. Hamburg hat dazu eine weitere hinzugefügt: Marke und Patent gehören gemeinsam in den Blick. Und über beide Podiumsgespräche hinweg führte ein Gedanke durch den Nachmittag: Wer erst über Schutzrechte nachdenkt, wenn der Erfolg da ist oder der Konflikt bereits begonnen hat, ist häufig zu spät. Früh informieren, früh beraten lassen und Schutzrechte von Anfang an als Teil des Geschäftsmodells verstehen.

Deine Idee. Dein Schutz. Dein Business. – Halbzeit! Nächste Woche geht es weiter nach Bremen.

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Dritte Station: Kiel

festlich beleuchtete Schiffe im Kieler Hafen

Das sagen Unternehmen aus der Region zur Arbeit mit gewerblichen Schutzrechten:

Co-Founder und Produktionsleiter formorgen GmbH und Co. KG, Preetz
Robert Schwartz

"Wer in der Fertigung rechtssicher handeln will, muss geistige Eigentumsrechte frühzeitig mitdenken. Ich freue mich darauf, bei der Innovations-Roadshow auf dem Podium zu diskutieren, wie wir unsere Produktion abgesichert haben, ohne andere Schutzrechte zu verletzen und nun sicher agieren zu können."

Innovations-Roadshow in Kiel: IP in der Unternehmenspraxis

Von der richtigen Schutzstrategie über Freedom to Operate bis zur Frage, wer sich im Unternehmen eigentlich um Patente und Marken kümmern sollte: Bei ihrer dritten Station machte die Innovations-Roadshow 2026 in Kiel deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen rund um geistiges Eigentum im Unternehmensalltag sind. Unter dem Motto "Deine Idee. Dein Schutz. Dein Business." standen dabei vor allem der unmittelbare Austausch und konkrete Erfahrungen aus der Praxis im Mittelpunkt. Nach Berlin und Rostock führte die Innovations-Roadshow am 2. September nach Kiel. Auch hier kamen Unternehmen, IP-Expertinnen und -Experten sowie die Partner der Roadshow zusammen, um darüber zu diskutieren, wie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen ihre Innovationen erkennen, schützen und Schutzrechte strategisch für ihre weitere Entwicklung einsetzen können.

IP-Strategie zum Anfassen

Wie schnell aus grundsätzlichen Fragen sehr konkrete unternehmerische Entscheidungen werden, zeigte sich anschließend in den Breakout-Sessions. In der Session des VPP mit Peter Berg und Dr. Dr. Carsten Richter ging es um die Rolle von IP im Unternehmen. Ausgangspunkt war eine Entwicklung, die die Bedeutung des Themas eindrucksvoll unterstreicht: Der Wert von Unternehmen wird heute in immer stärkerem Maße durch immaterielle Werte bestimmt. Wissen, Technologien, Marken, Patente und andere nichtmaterielle Vermögenswerte haben gegenüber klassischen materiellen Werten wie Maschinen, Anlagen oder Produktionsstätten erheblich an Bedeutung gewonnen. Doch wie lassen sich diese Werte strategisch nutzen? Die Diskussion machte deutlich, dass gewerbliche Schutzrechte zwar Ausschließlichkeitsrechte sind, Exklusivität aber keineswegs das einzige Ziel einer IP-Strategie sein muss. Freedom to Operate, Lizenzierung, Reputation oder eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Kunden, Zulieferern und Kooperationspartnern können je nach Geschäftsmodell ebenso entscheidend sein. Schnell entwickelte sich daraus ein intensiver Austausch mit den Teilnehmenden. Diskutiert wurde unter anderem über Patentstrategien und Wettbewerbsbeobachtung, Neuheit und Nichtigkeit, den Einsatz von KI beim Verfassen von Patentanmeldungen und die Frage, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden dafür sensibilisieren können, mögliche Erfindungen überhaupt zu erkennen und intern zu melden. Die zentrale Botschaft: IP-Management beginnt lange vor der Patentanmeldung – und endet mit ihr noch lange nicht. Auch beim DPMA war der Gesprächsbedarf groß. Der von Dr. Birgit Fill betreute Workshop war sehr gut besucht. Zahlreiche Fragen zu den Patentverfahren des DPMA führten zu einem lebhaften Austausch und boten den Teilnehmenden Gelegenheit, ihre konkreten Anliegen unmittelbar mit einer Expertin des Amtes zu besprechen.

Aus der Praxis: früh informieren, bewusst entscheiden

Daniel Penning, Anna-Lena Band, Moderator Peter Berg, Robert Schwartz, Dr. Carsten Richter

Wie unterschiedlich IP im Unternehmensalltag gelebt wird, zeigte das von Peter Berg moderierte Podiumsgespräch mit Daniel Penning, Geschäftsführer der embeff GmbH, Anna-Lena Band von Wöhlk Contactlinsen, Robert Schwartz von formorgen und Dr. Carsten Richter von Euroimmun. Schon Wöhlk lieferte dafür ein anschauliches Beispiel: Die Schreibweise "Contactlinsen" mit C ist eine bewusste Markenentscheidung. Zugleich reicht die IP-Geschichte des Kieler Unternehmens weit zurück: Firmengründer Heinrich Wöhlk entwickelte einen Vorläufer der modernen harten Kontaktlinse, konnte seine Erfindung damals jedoch aus finanziellen Gründen nicht zum Patent anmelden. Heute gehört der strategische Umgang mit Marken zum Unternehmensalltag. Anna-Lena Bands Learning aus der Praxis war entsprechend klar: frühzeitig professionelle Beratung einbinden. Dass dies gerade für kleine Unternehmen eine Herausforderung sein kann, schilderte Daniel Penning. Seine embeff GmbH beschäftigt nur sechs Mitarbeitende. Wettbewerbs- und Patentrecherchen binden entsprechend Ressourcen. Umso wichtiger seien Fördermöglichkeiten wie WIPANO und externe Expertise. Auch Robert Schwartz betonte, sich früh beraten zu lassen, Zeit für Recherche einzuplanen und die Aktivitäten der Mitbewerber im Blick zu behalten – und verwies dabei ausdrücklich auf das Beratungsangebot des PMZ. Eine Publikumsfrage lenkte den Blick schließlich auf die grundsätzliche Schutzstrategie: Muss es eigentlich immer ein Patent sein? Dr. Carsten Richter machte deutlich, dass Investoren klar definierte Schutzrechtspositionen schätzen, je nach Technologie und Geschäftsmodell aber auch der Schutz als Geschäftsgeheimnis die bessere Entscheidung für ein Unternehmen sein kann. Gerade bei Hochschulausgründungen müsse zudem frühzeitig die Freedom-to-Operate-Situation betrachtet werden. Sein Rat: IP-Fragen nicht verschleppen, sondern Entscheidungen treffen.

IP muss zum Unternehmen passen

Auch für die Organisation von IP im Unternehmen gibt es keine Patentlösung. Bei Wöhlk liegt die Verantwortung dort, wo die jeweilige fachliche Kompetenz sitzt: Der Chemieleiter kümmert sich um Patente, Anna-Lena Band um die Marken. Ein weiterer interessanter Aspekt ihrer Erfahrung: Schutzrechte machen Innovationsleistung sichtbar und können auch Identifikation und Stolz bei den Mitarbeitenden fördern. Robert Schwartz empfahl ebenfalls, vorhandenes Know-how im Unternehmen zu nutzen und fehlende Expertise extern einzukaufen. Bei Euroimmun wiederum sind mit dem Wachstum des Unternehmens feste IP-Prozesse und regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden entstanden. Dr. Carsten Richter berichtete, dass ein verlorener Streitfall vor rund 13 Jahren den Anstoß gegeben habe, den Umgang mit IP neu zu strukturieren. Zum Abschluss richtete Peter Berg den Blick noch einmal über die Unternehmen hinaus und fragte, was sich verändern müsste, damit insbesondere kleine und mittlere Unternehmen Schutzrechte stärker nutzen. Während Daniel Penning und Carsten Richter insbesondere die Dauer von Verfahren thematisierten, sah Anna-Lena Band weniger grundsätzlichen Änderungsbedarf am deutschen System. Ein wichtiger Hebel liege vielmehr in den Unternehmen selbst: Wissen weitergeben, Zuständigkeiten schaffen und die eigenen Prozesse überprüfen. Daniel Penning brachte die Perspektive kleiner Unternehmen besonders pragmatisch auf den Punkt: Die vorhandenen Hürden seien kein Grund, Schutzrechte nicht zu nutzen – man müsse sich mit dem Thema beschäftigen und einfach anfangen. So unterschiedlich die Erfahrungen waren, eine Botschaft verband sie: Bei IP sollte der Blick nicht allein auf den kurzfristigen Kosten liegen, sondern auf der langfristigen Unternehmensstrategie.

Austausch, der weiterführt

Dass dafür Bedarf besteht, war während der gesamten Veranstaltung spürbar. Die Breakout-Sessions waren geprägt von zahlreichen Fragen, konkreten Fällen und einem offenen Austausch zwischen Unternehmen und IP-Fachleuten. Besonders der sehr gut besuchte DPMA-Workshop zeigte, wie wertvoll die Gelegenheit ist, Verfahrensfragen unmittelbar mit den Expertinnen und Experten des Amtes zu besprechen. Auch die dritte Station der Innovations-Roadshow endete mit viel positivem Feedback und intensiven Gesprächen. Ein besonderer Dank des DPMA gilt der IHK Schleswig-Holstein, dem Patent- und Markenzentrum Schleswig-Holstein und den Partnern vor Ort, die mit ihrer Expertise, ihren Netzwerken und ihrem Engagement zum Erfolg der Kieler Station beigetragen haben. Gerade das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure macht sichtbar, was die Innovations-Roadshow erreichen will: Unternehmen nicht nur über Schutzrechte zu informieren, sondern ihnen die richtigen Ansprechpartner und konkrete Unterstützung für ihre nächsten Schritte an die Seite zu stellen. Und vielleicht lässt sich die Kieler Botschaft am Ende ganz einfach zusammenfassen: Nicht jedes Unternehmen braucht dieselbe IP-Strategie. Aber jedes innovative Unternehmen sollte sich die Zeit nehmen, sich mit dem Thema zu beschäftigen und seine eigene zu entwickeln.

Deine Idee. Dein Schutz. Dein Business. – von Kiel geht die Roadshow weiter nach Hamburg.

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Zweite Station: Rostock

Rostock

Das sagen Unternehmen aus der Region zur Arbeit mit gewerblichen Schutzrechten:

Geschäftsführer der NEW AIM3D GmbH, Rostock
Vincent Morrison

"Wir sind hoch innovativ und in der Luftfahrtbranche herrscht starker Wettbewerbsdruck, es gibt viele große Marktbegleiter. Unsere Innovationen mit Patenten zu schützen, ist daher elementar wichtig für uns – und zentraler Teil unserer langfristigen Unternehmensstrategie. Wir kümmern uns laufend darum, die Schutzwirkung unserer Patentwolke zu verbessern und zu verlängern."

Head of Division IP, Euroimmun Medizinische Labordiagnostika AG, Lübeck
Dr. Dr. iur. Carsten Richter

"Schutzrechte, insbesondere Patente, sind für forschungsorientierte Unternehmen in der Medizintechnik und Biotechnologie von großer Bedeutung: Sie schützen innovative Produkte und schaffen damit eine wichtige Grundlage für zukünftige Investitionen."

Innovations-Roadshow macht Station in Rostock: Wissen trifft Wirtschaft

Nach dem erfolgreichen Auftakt in Berlin ist die Innovations-Roadshow 2026 in Rostock angekommen. Unter dem Motto „Deine Idee. Dein Schutz. Dein Business.“ drehte sich auch bei der zweiten Station alles um die Frage, wie Unternehmen ihre Innovationen schützen und Schutzrechte strategisch für ihren wirtschaftlichen Erfolg einsetzen können. Beim „innotreff MV – WiSSENSCHAFFT WiRTSCHAFT“ kamen dafür Unternehmen, Wissenschaft, IP-Expertinnen und -Experten sowie die Partner der Roadshow in der Campusbibliothek Südstadt zusammen.

Dr. Sybille Bachmann, Prorektorin für Internationales, Transfer und Kommunikationskultur der Universität Rostock, eröffnete die Veranstaltung. Mit dem innotreff MV traf die Innovations-Roadshow dabei auf ein noch junges, aber bereits etabliertes regionales Format: Die 2025 in Rostock gestartete Veranstaltungsreihe bringt unter dem Motto „WiSSENSCHAFFT WiRTSCHAFT“ Wissenschaft und regionale Unternehmen zusammen und schafft Raum für Austausch, Kooperationen und Technologietransfer. Nach der zweiten Station in Stralsund kehrte der innotreff MV für seine dritte Ausgabe nun nach Rostock zurück. Dass beide Formate an diesem Nachmittag zusammenkamen, passte daher besonders gut: Wissen und Innovation entstehen an vielen Stellen – entscheidend ist, daraus wirtschaftlich erfolgreiche Ideen zu entwickeln, sie gezielt zu schützen und den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken.

Unterschiedliche Perspektiven – ein gemeinsames Ziel

Dr. Dr. iur. Carsten Richter, Peter Berg, Aldo Piacentini, Dr.-Ing. Vincent Morrison; Sven Olsen, Dr

Dr. Dr. iur. Carsten Richter, Peter Berg, Aldo Piacentini, Dr.-Ing. Vincent Morrison; Sven Olsen, Dr. Erik Schreiber

Wie vielfältig die Unterstützung auf diesem Weg ist, zeigten die anschließenden Impulse. Dr. Erik Schreiber vom Patent- und Normenzentrum der Universitätsbibliothek Rostock brachte die Perspektive der regionalen Patentinformation und -beratung ein. Sven Olsen von der IHK zu Rostock richtete den Blick auf die Innovationsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern – und hatte dabei durchaus ermutigende Zahlen im Gepäck: Von 2024 auf 2025 stieg die Zahl der Patentanmeldungen in Mecklenburg-Vorpommern um 91 Prozent. Ein beachtlicher Zuwachs, auch wenn Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich weiterhin das Schlusslicht bildet. Für Olsen deshalb kein Grund, sich zurückzulehnen, sondern ein deutliches Signal, die vorhandene Dynamik weiter zu stärken. Die Wirtschaftskammern schlagen dazu den Aufbau einer eigenständigen Innovationsagentur für Mecklenburg-Vorpommern vor. Sie soll als Impulsgeber den Technologietransfer fördern, Bedarfe der Unternehmen identifizieren, diese stärker mit Hochschulen und Universitäten zusammenbringen und den Zugang zu Fördermitteln unterstützen. Ziel ist es, vorhandenes Innovationspotenzial besser in die wirtschaftliche Praxis zu überführen.

Robert Lemperle

Robert Lemperle (DPMA)

Dr. Dr. Carsten Richter brachte für den VPP (Vereinigung von Fachleuten des gewerblichen Rechtsschutzes) die Perspektive der Patentpraktiker ein. Er stellte die Arbeit und das Netzwerk des Verbands vor und zeigte, welchen Mehrwert der fachliche Austausch und die Vernetzung von IP-Expertinnen und -Experten für die Praxis bieten können. Anhand konkreter Erfahrungen machte er zugleich deutlich, dass gewerbliche Schutzrechte im Unternehmensalltag weit mehr sind als eine rechtliche Absicherung: Entscheidend ist, IP frühzeitig mitzudenken und mit den wirtschaftlichen und strategischen Zielen eines Unternehmens zu verbinden.

Für das Deutsche Patent- und Markenamt zeigte Robert Lemperle, Leiter der Hauptabteilung „Information“, welche Bedeutung gewerbliche Schutzrechte für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen haben können. Zugleich machte er deutlich, dass der Einstieg in den Patentschutz niedrigschwelliger sein kann als vielfach angenommen und Schutzrechte strategisch als Bestandteil einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung eingesetzt werden können. Damit wurde auch in Rostock eine der zentralen Ideen der Innovations-Roadshow sichtbar: Gewerblicher Rechtsschutz ist kein isoliertes Thema. Unternehmen benötigen je nach Situation unterschiedliche Ansprechpartner, Expertise und Unterstützungsangebote – und gerade das Zusammenspiel dieser Akteure schafft einen echten Mehrwert.

IP-Strategie ist Unternehmensstrategie

Einen besonderen Schwerpunkt setzte Peter Berg, Präsident des VPP mit der Frage, wie IP in kleinen und großen Unternehmen strategisch verankert werden kann. Dabei machte er deutlich: Schutzrechte zu besitzen, ist nur der Anfang. Entscheidend ist, was ein Unternehmen daraus macht. Eine erfolgreiche IP-Strategie orientiert sich an der eigenen Technologie- und Wettbewerbsposition und kann ganz unterschiedliche Ziele verfolgen – vom Schutz der eigenen Handlungsfreiheit über den gezielten Aufbau eines Patentportfolios bis hin zu Lizenzierung und Durchsetzung von Rechten. Gleichzeitig ist IP ein wichtiges Instrument des Risikomanagements: Wer den Wettbewerb beobachtet, Schutzrechte kennt und die eigene Position einschätzen kann, schafft sich Handlungsspielräume. Besonders wichtig dabei: IP darf nicht in der Patentabteilung enden. Sein Nutzen entsteht erst, wenn Schutzrechte mit den Unternehmenszielen verbunden und auch innerhalb des Unternehmens aktiv genutzt und kommuniziert werden – bis hinein in Vertrieb und Kundenbeziehungen. Und gerade für kleine und mittlere Unternehmen hatte Herr Berg eine ermutigende Botschaft: Größe ist keineswegs automatisch ein Vorteil. Kleinere Unternehmen können mit kurzen Entscheidungswegen, Schnelligkeit und einem ganzheitlichen Ansatz sogar Stärken ausspielen, die großen Organisationen fehlen.

Drei Fragen – anderthalb Stunden intensiver Austausch

Sven Olsen, IHK Rostock

Sven Olsen (IHK Rostock)

Zu einem besonderen Highlight der Rostocker Station wurde das Podiumsgespräch „Deine Idee. Dein Schutz. Dein Business. – Erfolgsfaktoren und Stolpersteine in innovativen Unternehmen“. Unter der Moderation von Sven Olsen und Dr. Erik Schreiber entwickelte sich aus nur drei Leitfragen ein rund anderthalbstündiger intensiver Austausch. Die beiden Moderatoren ergänzten sich dabei gut und ließen viel Raum für die unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven der Podiumsgäste. Konkrete Beispiele aus der Praxis, unterschiedliche Lösungsansätze und Fragen aus dem Publikum sorgten für eine lebendige und vielschichtige Diskussion.

Dabei zeigte sich einmal mehr, wie unterschiedlich eine passende IP-Strategie aussehen kann. Geschäftsgeheimnisse, Hochschulpatente sowie Lizenz- und Patentbörsen waren ebenso Thema wie die Frage, wie vorhandenes Wissen und Schutzrechte besser genutzt und Innovationen in die wirtschaftliche Anwendung gebracht werden können. Gerade mit Blick auf Hochschulen wurde intensiv darüber diskutiert, wie Erfindungen frühzeitig erkannt, geeignete Schutzmöglichkeiten geprüft und der Transfer in die Wirtschaft unterstützt werden kann. Damit rückte auch die Frage in den Mittelpunkt, wann die Sensibilisierung für geistiges Eigentum eigentlich beginnen muss. Die Antwort des Podiums: möglichst früh. Erfindergeist, Neugier und der spielerische Umgang mit neuen Ideen sollten bereits in der Schule gefördert werden – etwa durch Formate wie „Jugend forscht“. Auch in Studium und Forschung sollte Wissen über IP und Schutzrechte selbstverständlicher Bestandteil der Ausbildung sein. Dr. Dr. Carsten Richter berichtete dazu aus eigener Erfahrung, dass das Thema IP während seiner Promotion in Großbritannien bereits in der ersten Woche auf dem Programm stand.

Schutzrechte von Anfang an mitzudenken, statt sich erst mit ihnen zu beschäftigen, wenn eine Erfindung bereits entstanden ist, war damit eine der zentralen Botschaften der Diskussion. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen kann eine frühzeitige Sensibilisierung dazu beitragen, Chancen rechtzeitig zu erkennen, die passende Schutzstrategie zu wählen und aus einer guten Idee schließlich auch wirtschaftlichen Erfolg entstehen zu lassen.

Austausch, der über das Programm hinausgeht

Dr. Erik Schreiber (Patent- und Normenzentrum Rostock) und Sven Olsen (IHK Rostock)

Dr. Erik Schreiber (Patent- und Normenzentrum Rostock) und Sven Olsen (IHK Rostock)

Auch nach dem offiziellen Programm setzte sich der Austausch beim Get-together fort. Die Gelegenheit, Gespräche zu vertiefen, neue Kontakte zu knüpfen und sich unmittelbar mit Unternehmen sowie den Expertinnen und Experten vor Ort auszutauschen, wurde intensiv genutzt. Gerade darin zeigt sich eine besondere Stärke der Innovations-Roadshow: Sie bringt nicht nur Wissen und Unterstützungsangebote zusammen, sondern vor allem die Menschen, die Innovationen entwickeln, schützen, fördern und in die wirtschaftliche Praxis bringen.

Ein besonderer Dank des DPMA gilt den Partnern vor Ort – der IHK zu Rostock, dem Patent- und Normenzentrum der Universitätsbibliothek Rostock, der Universität Rostock Service GmbH und dem VPP – für die hervorragende Zusammenarbeit sowie die engagierte Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung. Der Erfolg der Rostocker Station hat einmal mehr gezeigt, was entstehen kann, wenn unterschiedliche Akteure ihre Expertise, ihre Netzwerke und ihre Ideen zusammenbringen. Und noch bevor es für die Roadshow weiter nach Kiel ging, stand in Rostock bereits eine ganz andere Frage im Raum: Ist die Innovations-Roadshow eigentlich als einmaliges Format gedacht – oder könnte daraus mehr werden? - Nach diesem Nachmittag in Rostock vielleicht keine ganz unberechtigte Frage.

Deine Idee. Dein Schutz. Dein Business. – die Roadshow geht weiter.

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Gelungen: der Auftakt der Innovations-Roadshow in Berlin

"Deine Idee. Dein Schutz. Dein Business." - unter diesem Motto ist die Innovations-Roadshow 2026 in Berlin erfolgreich gestartet. Die ausgebuchte Auftaktveranstaltung brachte Unternehmen, Expertinnen und Experten sowie die Partner der Innovations-Roadshow zusammen und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Unterstützungsangebote rund um den gewerblichen Rechtsschutz sind - und wie eng sie ineinandergreifen.

Dr. Susanne Gewinnus, Referatsleiterin Industrie- und Forschungspolitik bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), eröffnete die Veranstaltung und spannte in ihrem Impuls den Bogen über die drei zentralen Elemente des Roadshow-Mottos: Idee, Schutz und Business. Denn aus einer guten Idee wird nicht automatisch ein wirtschaftlicher Erfolg. Entscheidend ist auch, Innovationen frühzeitig zu schützen, Schutzrechte strategisch einzusetzen und die vorhandenen Beratungs-, Informations- und Förderangebote zu kennen.
Genau diese unterschiedlichen Perspektiven machten auch die anschließenden Impulse der Partner deutlich. Robert Lemperle, Leiter der Hauptabteilung "Information" beim DPMA, zeigte auf, welchen Beitrag Schutzrechte zum wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen leisten können. Zugleich machte er deutlich, dass der Einstieg in den Patentschutz niedrigschwelliger sein kann als vielfach angenommen und bereits eine frühe Patentanmeldung strategische Möglichkeiten eröffnet.

Peter Berg brachte für den VPP (Vereinigung von Fachleuten des Gewerblichen Rechtsschutzes) die Perspektive der Patentpraktiker ein und skizzierte, welche Rolle professionelle IP-Expertise bei der Entwicklung und Umsetzung einer Schutzrechtsstrategie spielt. Anke Wiegand von Berlin Partner (Teil einer Senatsinitiative, die Unternehmen Krisenvorsorgeangebote für Bedrohungsszenarien anbietet) ergänzte die Runde um die regionale Perspektive der Innovations- und Wirtschaftsförderung und die Unterstützungsangebote für Berliner Unternehmen. Gemeinsam zeigten die Partner, an wen sich Unternehmen mit welchen Fragen wenden können. Dabei wurde zugleich sichtbar: Auch wenn die Partner unterschiedliche Bereiche des gewerblichen Rechtsschutzes abdecken, greifen ihre Angebote eng ineinander. Aus vielen einzelnen Bausteinen entsteht ein Netzwerk, das Unternehmen entlang des gesamten Innovationsprozesses unterstützen kann.

Aus der Praxis für die Praxis

Herzstück des Auftakts war das von Arne Krüger, Vorstandsvorsitzender von PIZnet, moderierte Podiumsgespräch unter dem Motto "Deine Idee. Dein Schutz. Dein Business.". Im Mittelpunkt standen dabei nicht abstrakte Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes, sondern konkrete Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis: Welche Rolle spielen Schutzrechte tatsächlich im Geschäftsalltag? Welche Strategien funktionieren? Wo liegen Stolpersteine? Und was würden Unternehmerinnen und Unternehmer heute anders machen?

Besonders wertvoll waren die Einblicke von Antje Vargas, CEO der GeoClimaDesign AG, und Bertram Thyssen, Geschäftsführer der roometric GmbH, die aus Sicht kleiner und mittlerer Unternehmen von ihren eigenen Erfahrungen berichteten. Dabei zeigte sich auch, dass es nicht die eine Schutzrechtsstrategie gibt. Je nach Unternehmen, Produkt, Markt und Geschäftsmodell können unterschiedliche Wege sinnvoll sein. Nachdem sich das Gespräch zunächst stark um technische Schutzrechte und insbesondere Patente gedreht hatte, brachte eine Frage aus dem Publikum auch die Marke ins Spiel. Die Antwort von Antje Vargas lautete schlicht: "Marken sind sexy." Ein kurzer Satz, der einen wichtigen Aspekt auf den Punkt brachte: Eine ganzheitliche IP-Strategie endet nicht beim Patent. Patente, Marken, Designs und weitere Instrumente können unterschiedliche Funktionen übernehmen und sich sinnvoll ergänzen. Dr. Karsten Goede, Projektträger Jülich vom Forschungszentrum Jülich - WIPANO, erweiterte die Diskussion um die Erfahrungen und Fördermöglichkeiten im Rahmen von WIPANO, während Dr. Bernd Läßiger, Leiter der Hauptabteilung "Patente und Gebrauchsmuster" beim DPMA, die Perspektive des Amtes einbrachte. So entstand auch im Podium ein Gesamtbild davon, wie unternehmerische Erfahrung, Förderung, Information, Beratung und Schutzrechtspraxis zusammenspielen.

"Einfach machen"

Eine Botschaft zog sich deutlich durch das Gespräch: Mut haben und anfangen. Schutzrechtsstrategien müssen durchdacht sein - aber Unternehmen sollten sich von der Komplexität des Themas nicht abschrecken lassen. Informationen und Unterstützung seien vorhanden. Entscheidend sei, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen und die ersten Schritte zu gehen. Oder, wie man es zum Abschluss des Podiumsgesprächs auf den Punkt brachte: "Einfach machen."

Nach dem offiziellen Programm war der Austausch jedoch noch nicht beendet. Beim Get-together nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Networking, führten Gespräche mit den Partnern und knüpften neue Kontakte. Bestehende Verbindungen konnten vertieft, neue Bande geknüpft werden. Gerade darin zeigte sich eine weitere Stärke der Roadshow: Sie bringt nicht nur Wissen an einen Ort - sie bringt die Menschen zusammen, die Unternehmen beim Schutz und bei der wirtschaftlichen Nutzung ihrer Ideen unterstützen können. Für die teilnehmenden Unternehmen bot der Auftakt zugleich die Möglichkeit, unmittelbar von den Erfahrungen anderer zu profitieren - von Erfolgsfaktoren ebenso wie von Stolpersteinen. Für die Partner wurde sichtbar, welches Potenzial in einem Netzwerk steckt, dessen Akteure unterschiedliche Aufgaben übernehmen, aber ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Ein herzlicher Dank gilt der DIHK (Deutsche Industrie- und Handelskammer) als Gastgeberin der Auftaktveranstaltung sowie unseren Partnern der Innovations-Roadshow und allen Beteiligten, die mit ihrer Expertise, ihrem Engagement und dem offenen Austausch zum gelungenen Start beigetragen haben.

Berlin war der Auftakt - jetzt geht die Innovations-Roadshow auf Reisen. In den kommenden zwei Wochen macht sie an weiteren Standorten in Deutschland Station und bringt dort Unternehmen, IP-Expertise, Förderangebote und regionale Netzwerke zusammen.

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Bilder: DPMA

Stand: 11.09.2026