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Motor der Elektrifizierung

DPMA-Präsidentin Eva Schewior und Preisträger Rainer Marquardt

DPMA-Präsidentin Eva Schewior und Preisträger Rainer Marquardt

DPMA-Präsidentin Eva Schewior gratuliert Professor Rainer Marquardt in Berlin persönlich zur Auszeichnung mit dem Europäischen Erfinderpreis

Die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts, Eva Schewior, hat dem Elektrotechnikingenieur Rainer Marquardt anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Europäischen Erfinderpreis für sein Lebenswerk in Berlin persönlich gratuliert. „Leistungsfähige Stromnetze sind das Fundament für die Elektrifizierung und die breite und effiziente Nutzung erneuerbarer Energien“, sagte die DPMA-Präsidentin.

„Mit seiner Erfindung hat Rainer Marquardt einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, unsere Stromnetze stabiler und damit fit für die Zukunft zu machen. Seine Technologie hilft dabei, erneuerbare Energien zuverlässig zu integrieren und elektrische Energie effizient über große Entfernungen zu transportieren.“ Schewior war bei der Zeremonie des Europäischen Patentamts zu Gast, bei der Marquardt zusammen mit den Preisträgerinnen und Preisträgern der anderen Kategorien gewürdigt wurde.

Elektrotechnikforscher der Bundeswehr-Uni München für entscheidenden Beitrag zu hochleistungsfähigen Stromnetzen geehrt

Mit der Entwicklung des Modular Multilevel Converters (MMC) hat Marquardt eine Technologie entwickelt, die die effiziente Steuerung und Umwandlung elektrischer Energie auch bei sehr hohen Leistungen ermöglicht. Der MMC gilt heute als weltweiter Standard für moderne Stromnetze. Er wird unter anderem für die Integration erneuerbarer Energien, die Anbindung von Offshore-Windparks sowie die Hochspannungs-Gleichstromübertragung auf sogenannten Stromautobahnen über große Entfernungen eingesetzt und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. 2001 meldete die Siemens AG, für die der Forscher einige Zeit tätig war, beim DPMA das Basispatent (DE 101 03 031 B4) zu seiner Erfindung an. Sie bildet heute eine zentrale technische Grundlage für den Ausbau leistungsfähiger, zuverlässiger und klimafreundlicher Energieinfrastrukturen weltweit. Im Jahr 2024 nahm das Deutsche Museum einen Original-Prototyp von Professor Marquardt feierlich in seine Sammlung auf.

Rainer Marquardt studierte Nachrichtentechnik an der Universität Hannover. Danach begann er seine wissenschaftliche Laufbahn am dortigen Institut für Leistungselektronik. Dort promovierte er mit Auszeichnung zum Dr.-Ing. Anschließend wechselte er zur Siemens AG nach Erlangen, wo er in Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Leistungselektronik und moderner elektrischer Antriebssysteme tätig war. Im Jahr 2000 folgte er einem Ruf an die Universität der Bundeswehr München und übernahm die Leitung des Instituts für Leistungselektronik und Steuerungen. „Ich gratuliere allen Gewinnerinnen und Gewinnern und den anderen Nominierten zu dieser herausragenden Auszeichnung“, sagte DPMA-Präsidentin Schewior. „Viele Erfindungen zeigen die immense Bedeutung technischer Innovationen, wenn wir gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen wollen. Das breite Spektrum kann sich weltweit sehen lassen und verdeutlicht die hervorragende Stellung Europas als Innovationsstandort.“

Technische Innovationen helfen bei gesellschaftlichen Herausforderungen

Der Europäische Erfinderpreis zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen für Innovationen in Europa. Seit seiner Einführung durch das Europäische Patentamt (EPA) im Jahr 2006 ehrt er Erfinderinnen, Erfinder und Teams, deren Entwicklungen zur Bewältigung wichtiger gesellschaftlicher und technologischer Herausforderungen beitragen. Weitere Informationen und Videos zu Rainer Marquardt und zu den anderen Gewinnerinnen und Gewinnern des Europäischen Erfinderpreises finden Sie auf den externer Link Internetseiten des Europäischen Erfinderpreises.

Bild 1: Europäisches Patentamt

Stand: 03.07.2026