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Frauen und Mädchen in der Naturwissenschaft

Am 11. Februar feiern wir weltweit den externer Link "Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft". Der Aktionstag soll Mädchen ermutigen, ihre Neugier für Naturwissenschaften zu entdecken und eigene Ideen weiterzuverfolgen. Gleichzeitig würdigt er die Leistungen von Frauen, die mit ihrem Fachwissen und Engagement Innovationen voranbringen.

Auch für das Deutsche Patent- und Markenamt sind Vielfalt und Chancengleichheit zentrale Werte. Denn unterschiedliche Perspektiven stärken Kreativität, wissenschaftlichen Fortschritt und den Schutz geistigen Eigentums. Beim DPMA arbeiten Wissenschaftlerinnen im Bereich "Patentprüfung" täglich daran, neue technische Entwicklungen zu prüfen und zu schützen. Einige von ihnen stellen wir hier anlässlich des Aktionstags kurz vor.

Dr. Eva Melari Davies, Patentprüferin im Bereich Medizintechnik:

Dr. Eva Melari Davies

"Nach dem Abitur mit den Leistungsfächern Mathematik und Chemie war für mich schnell klar, dass ich Chemie studieren wollte. Es hat mich begeistert, mit Logik, Kreativität und Neugier komplexe Zusammenhänge zu verstehen und mit Experimenten unsichtbare Prozesse sichtbar zu machen. Auch nach meiner Promotion an der LMU forschte ich noch während einer Postdoc-Tätigkeit mithilfe von fluoreszierenden Einzelmolekülen an mesoporösen Systemen weiter. Anschließend habe ich mich für den Beruf der Patentprüferin am DPMA entschieden, weil er meine fachliche Expertise mit analytischem Denken und rechtlichen Fragestellungen verbindet. Mein Prüfgebiet lag anfangs im Bereich der Chemie und hatte sich dann in Richtung Medizintechnik weiterentwickelt. Hier finde ich besonders interessant, dass Technik und Naturwissenschaften direkt mit dem Wohl des Menschen verbunden sind. Innovationen in diesem Bereich haben oft einen unmittelbaren Einfluss auf Diagnose, Therapie und Lebensqualität von Patientinnen und Patienten."

Dr. Katharina Karpis, Patentprüferin in den Bereichen anorganische Chemie, Verfahrenstechnik, Beschichtungen:

Dr. Katharina Karpis

"Ich habe Chemie und Biochemie studiert, weil ich verstehen wollte, wie Dinge wirklich funktionieren. Naturwissenschaften haben mich schon immer begeistert, besonders Mathematik und Chemie. Geprägt hat mich dabei vor allem die Unterstützung meiner Eltern.

Nach dem Studium habe ich am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung zu Wasserstoff-Katalysatoren promoviert. Heute prüfe ich als Patentprüferin im Deutschen Patent- und Markenamt technische Erfindungen. Dazu gehören unter anderem Entwicklungen rund um die Elektrolyse. Besonders spannend sind die thematische Vielfalt und das tägliche Dazulernen.

Mich motiviert, Innovationen früh zu begleiten. Deshalb ist es mir wichtig, meine Begeisterung für Naturwissenschaften weiterzugeben. Aktionen wie der Girls‘ Day können Mädchen ermutigen, ihren eigenen Weg in die Wissenschaft zu gehen."

Dr. Melanie Thyrhaug, Patentprüferin in den Bereichen anorganische Chemie, Verfahrenstechnik, Beschichtungen:

Dr. Melanie Thyrhaug

"Ich mag es Probleme zu lösen und dabei zu verstehen, warum etwas nicht funktioniert und wie es verbessert werden kann. In der Schule waren für mich daher Chemie, Biologie und Physik besonders spannend. Zu verstehen, wie die Natur um uns herum funktioniert und wie wir uns dies technisch zunutze machen können, hat mich dabei besonders begeistert.

Nach meiner Promotion im Bereich der physikalischen Chemie habe ich in Dänemark bei Siemens in der R&D-Abteilung gearbeitet und mich mit den unterschiedlichsten Problemen im Bereich der Produktion von Windturbinen beschäftigt.

Der Prüfbereich, für den ich heute beim DPMA zuständig bin, ist sehr abwechslungsreich und umfasst Gebiete wie Batterien und Elektrolyse, aber auch unterschiedlichste Beschichtungen von z.B. Werkzeugen, Folien und Kfz-Bauteilen. Genau das finde ich besonders spannend. Mit fast jeder neuen Anmeldung bekomme ich einen Einblick in ein für mich neues Themengebiet."

Dr. Stefanie Vucovic, Patentprüferin im Bereich Organische Chemie, Pharmazie, Kosmetik:

Junge Frau und Titel: "Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft"

Dr. Stefanie Vucovic

"Studiert habe ich Lebensmittelchemie und Toxikologie, weil mich naturwissenschaftliche Fragestellungen schon früh gereizt haben – besonders an dem Punkt, wo Chemie ganz konkret wird und Stoffe reale Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unseren Alltag haben.
Bevor ich ans DPMA gekommen bin, habe ich in der pharmazeutischen Produktentwicklung gearbeitet. Heute prüfe ich am Deutschen Patent- und Markenamt zum Beispiel biotechnologische Patentanmeldungen, wie Peptide oder Antikörper. Besonders spannend finde ich dabei die vielen kreativen und innovativen Ideen hinter den Erfindungen. Und ganz besonders auch die Zusammenarbeit mit klugen, humorvollen und hilfsbereiten Kolleginnen und Kollegen: gute Ideen und Ergebnisse entstehen eben leichter in einem guten Team.
Wenn ich selbst einmal etwas erfinden könnte, und dabei einen Wunsch frei hätte, dann wäre das ein Arzneimittel für Patientinnen und Patienten, denen man heute noch nicht helfen kann. Das wäre für mich die schönste Anwendung von Naturwissenschaft."

Dr. Julia Wimmer, Patentprüferin im Bereich Medizintechnik:

Junge Frau und Titel: "Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft"

"Mein Studienfach an der Uni war Biochemie. Meine Eltern haben beide einen technischen Studien- und Berufshintergrund, in diese Richtung wollte ich auch gehen. Praktischerweise haben sie mich in meiner Kindheit auch immer wieder spielerisch und medial mit technischem und wissenschaftlichem Input versorgt. Außerdem liebe ich es seit jeher, Dinge aufzubauen und in Betrieb zu nehmen – sei es Lego, Möbelstücke oder elektronische Geräte.

Ich habe zunächst als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Universitätsklinikum Regensburg in der Krebsforschung und beim Münchner Leukämie Labor im Bereich der Molekulargenetischen Diagnostik gearbeitet. Das hatte thematisch zwar nicht mehr viel mit meinem Grundstudium zu tun, aber über die Biochemie hat mich die Faszination für die grundlegenden Mechanismen der tierischen Zelle gepackt und es war spannend dieses Thema (vor allem auch mit modernster technischer Ausrüstung) weiter anzubohren.

Im Patentamt bin ich in der Abteilung für Medizintechnik und bearbeite konkret Anmeldungen auf dem Gebiet von Infusions- und Injektionsvorrichtungen, Orthesen, Druckmessgeräten und Absorptionsartikeln. Meine Prüfgebiete sind sehr vielfältig und ich arbeite mich immer wieder in Sachverhalte ein, für die ich eigentlich keine Expertin bin. Aber meine Neugierde und Fähigkeit, wichtige Zusammenhänge schnell zu durchdringen, hilft mir ungemein. Ich bin es einfach gewohnt, mich immer wieder auf etwas Neues einzulassen. Und das macht meine Arbeit als Patentprüferin auch so spannend.

Was ich selbst gerne erfinden würde? Mein Sohn hatte neulich eine gute Idee: Fliegende Filtervorrichtungen für Schadstoffe in der Luft – aber vielleicht gibt es die ja sogar schon."

Dr. Anita Winter, Patentprüferin im Bereich Optik:

Junge Frau und Titel: "Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft"

"Ich habe Physik studiert, weil es schon in der Schule eines meiner Lieblingsfächer war und mich sowohl die theoretischen Zusammenhänge als auch die praktischen Versuche begeistert haben. Naturwissenschaften fand ich schon immer spannend – schon als Kind wollte ich wissen, wie ein Regenbogen entsteht oder wo Sterne und Planeten herkommen. Über meine Begeisterung für den Elektronikbaukasten und später das Studium der Astrophysik haben mich Naturwissenschaften und Technik nicht mehr losgelassen.

Vor meiner Tätigkeit im Patentamt war ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching tätig und arbeitete an der Herstellung von Spiegeln für Röntgenteleskope, ein technisch sehr vielfältiges und anspruchsvolles Arbeitsfeld. Im Patentamt prüfe ich heute unter anderem Augenmessgeräte und Endoskope sowie Audiometrie und Temperaturmessung. Für die Audiometrie durfte ich mich letztens in die Entstehung von Kombinationstönen detaillierter einlesen, was ich als Hobbymusikerin besonders spannend fand. Und was mir zusätzlich großen Spaß macht: Schulungen für Jungprüferinnen und Jungprüfer leiten. Kein Schulungstag gleicht dem anderen, und man lernt beim Erklären immer selbst noch immens dazu.

Wenn ich selbst etwas erfinden könnte, wäre das eine Lösung für das Klimaproblem – und vielleicht zusätzlich eine Maschine, die dem Tag mehr Stunden gibt."

Bild 1: UNESCO, weitere Bilder: DPMA/privat

Stand: 10.02.2026