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Deutscher Zukunftspreis 2026: System gegen Multiorganversagen, CO2-negatives Kraftwerk und energiesparende Mikrochips

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit den letztjährigen Preisträgern
Lebensrettend für Millionen Intensivpatienten: Innovatives Organunterstützungssystem auf Vorschlag des Deutschen Patent- und Markenamts für Deutschen Zukunftspreis nominiert – DPMA-Präsidentin: „Neue Entwicklung zeigt enormen Beitrag technischer Innovationen zur Gesundheitsversorgung“
Pressemitteilung vom 16. September 2026
München. Auf Vorschlag des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) ist ein innovatives System der Münchner ADVITOS GmbH zur Verhinderung von Multiorganversagen für den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert. "Ich freue mich sehr, dass die Jury unseren Vorschlag für diese herausragende Auszeichnung nominiert hat", sagt DPMA-Präsidentin Eva Schewior. "Das System bedeutet einen großen Fortschritt für die Arbeit des medizinischen Personals auf Intensivstationen und kann Millionen Leben retten. Die Entwicklung macht deutlich, welchen enormen Beitrag technische Innovationen leisten können, um unsere Gesundheitsversorgung zu verbessern. Es ist faszinierend zu sehen, was möglich ist, wenn unterschiedliche Disziplinen wie Medizin, Biochemie und Ingenieurswissenschaft auf höchstem Niveau zusammenwirken."
Möglich geworden ist die Entwicklung auch, weil das neue System durch mehrere Patente auf die dahinterliegenden Erfindungen geschützt ist. Patente geben ihren Inhabern ein Recht auf Zeit für die exklusive Nutzung der geschützten Erfindung und ermöglichen so, dass sie ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung refinanzieren können.
Das von Dr.-Ing. Claus Jessen, PD Dr. med. Tobias Bingold und Christoph Hüßtege (ADVITOS GmbH, München) entwickelte ADVOS-System verfolgt einen neuartigen ganzheitlichen Ansatz. Lag ein Patient auf einer Intensivstation, konnten bisherige Systeme jeweils nur die Funktionsfähigkeit eines einzelnen Organs aufrechterhalten. Um den Gesamtorganismus zu stabilisieren, waren mehrere Geräte notwendig. ADVOS stabilisiert nicht nur mehrere Organfunktionen, sondern das innere Gleichgewicht des gesamten menschlichen Organismus. Es entfernt wasserlösliche und proteingebundene Giftstoffe, unterstützt die Kohlendioxid-Elimination und stabilisiert gezielt den Säure-Basen-Haushalt. So kann eine sich gegenseitig verstärkende Kaskade des Organversagens durchbrochen und dem Körper wertvolle Zeit zur Stabilisierung und Regeneration verschafft werden.
Zwei weitere Teams sind für den Deutschen Zukunftspreis nominiert:
Dr.-Ing. Stefan Herrmann, Felix Fischer (Reverion GmbH, Eresing) und Prof. Dr. Hartmut Spliethoff (TU München) haben ein Kraftwerk entwickelt, das je nach Bedarf Strom erzeugen oder Strom speichern kann. Wenn Strom gebraucht wird, erzeugt es in einer Brennstoffzelle aus Biogas, Erdgas oder Wasserstoff elektrische Energie – und das mit einem deutlich höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Kraftwerke. Gibt es dagegen zu viel Strom aus Wind- und Solaranlagen, kann die Anlage in wenigen Minuten umschalten und diesen Überschuss nutzen, um Wasserstoff oder synthetisches Gas herzustellen und im bestehenden Gasnetz zu speichern und entlastet so auch das Stromnetz. Zudem kann mit der neuen Technologie das entstehende CO₂ abgeschieden und gespeichert oder industriell weiterverwendet werden. Dadurch könnte es in Summe perspektivisch sogar Emissionen verringern statt zusätzliche zu erzeugen.
Prof. Dr.-Ing. Christian Koos (Karlsruher Institut für Technologie, KIT), Dr.-Ing Philipp Dietrich (Keystone Photonics GmbH, Karlsruhe) und Dr.-Ing. Matthias Lauermann (Karlsruhe Vanguard Automation GmbH) haben eine neuartige Fertigungstechnik für photonische Mikrochips entwickelt, die Daten in Computern und Rechenzentren mit Licht statt mit elektrischen Signalen übertragen. Die Datenübertragung ist damit schneller und deutlich energiesparender möglich als mit derzeit gängigen Mitteln. Das ist nicht zuletzt aufgrund des enorm steigenden Energiebedarfs aufgrund von Anwendungen Künstlicher Intelligenz dringend notwendig. Bei dem extrem präzisen 3D-Druckverfahren werden winzige Lichtverbindungen zwischen Chips und Glasfasern hergestellt. Dadurch können die Bauteile schneller, einfacher und in großen Stückzahlen miteinander verbunden werden. Damit entfallen auch die aufwändige Positionierung und Justierung der Chips.
Die ausgewählten Teams präsentierten ihre Innovationen heute (16. September) im Deutschen Museum in München. Der Deutsche Zukunftspreis – Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation – ist mit 250.000 Euro dotiert. Wer die Auszeichnung erhält, entscheidet die Jury im November bei der Preisverleihung in Berlin mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Das Deutsche Patent- und Markenamt
Erfindergeist und Kreativität brauchen wirksamen Schutz. Das DPMA ist das deutsche Kompetenzzentrum für alle Schutzrechte des geistigen Eigentums – für Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs. Als größtes nationales Patentamt in Europa und sechstgrößtes nationales Patentamt der Welt steht es für die Zukunft des Erfinderlandes Deutschland in einer globalisierten Wirtschaft. Seine rund 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Standorten – München, Jena und Berlin – sind Dienstleister für Erfinder und Unternehmen. Sie setzen Innovationsstrategien des Bundes um und entwickeln die nationalen, europäischen und internationalen Schutzsysteme weiter.
DZP
Stand: 16.09.2026

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