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Global Innovation Index 2026: Deutschland erneut auf Rang 11

Futuristische Weltkugel über einer Hand schwebend

Aktuelle Innovationsstudie der Weltorganisation für geistiges Eigentum: Bundesrepublik Spitze in Wissenschaft und Forschung, aber weit zurück bei Förderung von Unternehmertum – DPMA-Präsidentin: Hervorragende Grundlagen besser in geschützte Innovationen und dann in attraktive Produkte und Geschäftsmodelle überführen

Pressemitteilung vom 29. September 2026

München/Genf. Deutschland liegt im Länderranking des externer Link WIPO Global Innovation Index weiter auf Rang 11. In ihrer heute veröffentlichten großen Innovationsstudie bescheinigt die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) dem Land weiterhin ein robustes und vergleichsweise effizientes Innovationssystem. In mehreren, für die künftige wirtschaftliche Entwicklung wichtigen Indikatoren schneidet die Volkswirtschaft aber deutlich schwächer ab als die meisten Staaten aus der Spitzengruppe.

„Bei allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten verfügen wir noch immer über ein leistungsfähiges und sehr effizientes Innovationssystem“, sagt die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts, Eva Schewior. „Wir sind stark in Forschung und Entwicklung und verfügen damit über eine hervorragende Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Aber es muss uns besser gelingen, die Ergebnisse in geschützte Innovationen und dann in attraktive Produkte und Geschäftsmodelle zu überführen – insbesondere beim Anwenden von Digitaltechnologien. Dazu brauchen wir möglichst optimale Rahmenbedingungen und die entsprechende Unterstützung der Gesellschaft.“

Bei den Inputfaktoren schneidet die deutsche Volkswirtschaft um einen Platz besser ab als im Vorjahr und kommt auf Rang 14, bei den Outputfaktoren hält Deutschland Rang 8. Das spricht für ein effizientes Innovationssystem, denn Deutschland hat weiter einen höheren Output, als es der Ressourceneinsatz vermuten ließe.

Im Sektor „Humankapital und Forschung“ liegt Deutschland weiter an der Spitze und erhält sogar eine deutlich bessere Bewertung als der Durchschnitt der Top-10-Länder. Wissenschaftliche Publikationen aus Deutschland werden besonders häufig zitiert, was deren besondere Relevanz unterstreicht (Rang 3). Die Zahl der Publikationen nimmt weiter zu – um 1,7 Prozent von 2024 auf 2025. Zudem kommt es in Deutschland vergleichsweise häufig zu gemeinsamen Veröffentlichungen öffentlicher Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen (Rang 6). Positiv ist aus wirtschaftlicher Sicht auch, dass der Anteil an Absolventinnen und Absolventen in Ingenieurswissenschaften hierzulande relativ hoch ist (Rang 5). Die Investitionen in Forschung und Entwicklung gingen laut WIPO im jüngsten verfügbaren Jahresvergleich (2023 auf 2024) leicht um 0,4 Prozent zurück. Allerdings liegt Deutschland gemessen an den drei größten investierenden Unternehmen im Ranking noch immer weit oben (Rang 3). Die stärksten Investoren in dem Bereich sind große Automobilunternehmen und Zulieferer. Bei Indikatoren, die Patentanmeldungen betreffen, liegt Deutschland ebenfalls noch in der Spitzengruppe – allerdings ist ein leichter Abwärtstrend erkennbar.

Was die Technologieadaption anbelangt, bleibt die Entwicklung etwa in der Robotik (plus 3,5 Prozent) und im Bereich Elektromobilität (plus 19,2 Prozent) deutlich positiv; jedoch mit gebremster Dynamik. Bei der Elektromobilität zeigte der Zehnjahresvergleich noch ein Plus von 53 Prozent auf.

Rang 36 bei Förderung von Unternehmertum

Weit entfernt von der Spitzengruppe ist Deutschland auf Rang 36 dagegen, wenn es um die Kultur und Maßnahmen zur Förderung von Unternehmertum geht. Bei der Nutzung digitaler Informationstechnologien liegt das Land sogar nur auf Rang 60 – und damit drei Positionen schlechter als im Vorjahr. Dazu passt, dass Deutschland auch beim Herstellen digitaler Apps für die mobile Anwendung lediglich auf Platz 52 rangiert. Ausweislich der Studie mangelt es auch an den entsprechenden Rahmenbedingungen: Ausbau von Breitbandleitungen und Mobilfunknetz kommen eher schleppend voran. Die Zahl der Risikokapitalfinanzierungen ging laut GII im Vergleich zum Vorjahr um 13,2 Prozent zurück. Auf Risikokapital sind insbesondere technologiegetriebene Start-up-Unternehmen dringend angewiesen. Bemerkenswert ist auch, dass Deutschland zwar aktuell beim Humankapital noch sehr gut abschneidet, aber international gemessen am Bruttoinlandsprodukt vergleichsweise wenig in sein Bildungssystem investiert (Rang 36).

Schweiz weiter Spitzenreiter vor Schweden und den Vereinigten Staaten

Für den Global Innovation Index 2026 hat die WIPO rund 140 Volkswirtschaften anhand von etwa 80 Indikatoren untersucht. Auf Rang 1 liegt wie in den vergangenen Jahren die Schweiz, vor Schweden und den Vereinigten Staaten. Auf den Rängen 4 bis 6 folgen die Republik Korea, Singapur und Großbritannien. Die Top 10 werden komplettiert von den Niederlanden, Finnland, Dänemark und China.

Die WIPO hatte als für geistiges Eigentum zuständige Unterorganisation bei den Vereinten Nationen kürzlich auch ihre jährliche Rangliste der weltweit innovationsstärksten Regionen veröffentlicht. Hier ist Deutschland mit München, Berlin, Köln, Stuttgart, Frankfurt am Main, Heidelberg-Mannheim sowie Hamburg mit sieben Regionen unter den Top 100 vertreten.

Das Deutsche Patent- und Markenamt

Erfindergeist und Kreativität brauchen wirksamen Schutz. Das DPMA ist das deutsche Kompetenzzentrum für alle Schutzrechte des geistigen Eigentums - für Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs. Als größtes nationales Patentamt in Europa und sechstgrößtes nationales Patentamt der Welt steht es für die Zukunft des Erfinderlandes Deutschland in einer globalisierten Wirtschaft. Seine rund 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Standorten - München, Jena und Berlin - sind Dienstleister für Erfinder und Unternehmen. Sie setzen Innovationsstrategien des Bundes um und entwickeln die nationalen, europäischen und internationalen Schutzsysteme weiter.

Bild: iStock.com/metamorworks

Stand: 29.09.2026