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Was sind Fakes und wie erkennt man sie?

Fußballtrikot mit Nummer 5 und Lupe

Was sind "Fakes"? Was versteht man unter Produkt- und Markenpiraterie?

Produkt- oder Markenpiraterie umfasst das Herstellen und den Handel mit Waren, die geistige Eigentumsrechte verletzen, also gewerbliche Schutzrechte (wie Patente, Marken, Designs), Urheberrechte oder Geschäftsgeheimnisse. Zum Beispiel durch das unerlaubte Anbringen einer fremden oder sehr ähnlich aussehenden Marke auf vergleichbarer Ware (sogenannte Markenpiraterie) oder durch Nachahmung eines geschützten Designs. Solche unautorisierten Nachahmungen von Originalwaren nennt man umgangssprachlich auch "Fakes" (deutsch: Fälschungen).

Was sind Dupes?

Dupes (abgeleitet vom englischen Wort duplicate, deutsch Duplikat), sind sogenannte "günstige Alternativen". Ein Dupe soll einem Markenprodukt in Aussehen oder Wirkung ähneln, ohne dabei die geistigen Eigentumsrechte des Originalherstellers zu verletzen. Dupes treten daher unter einer eigenen Marke auf. Gerade im Bereich von Marken-Parfum sind Dupes häufig zu finden.

  • Wie funktioniert eigentlich Markenschutz?

    Marken dienen Verbraucherinnen und Verbrauchern als Hinweis für die Herkunft eines Produkts. Sie schafft Vertrauen und hilft ihnen, ein Produkt wiederzuerkennen, von denen der Konkurrenz zu unterscheiden und bewusste Kaufentscheidungen zu treffen. Unternehmen investieren viel, um sich eine bestimmte Marken-Reputation aufzubauen. Sie recherchieren Zeichen, melden diese an, bewerben damit ihre Produkte und müssen auch darauf achten, dass Dritte ihre Marke später nicht verletzen.

    So kann eine Markenverletzung aussehen:

    • Ein Zeichen, das genauso aussieht wie eine schon existierende Marke für dieselben Waren- und Dienstleistungsklassen
    • Ein Zeichen, das genauso oder ähnlich aussieht für dieselben oder ähnliche Waren- und Dienstleistungsklassen. Voraussetzung ist, dass eine sogenannte Verwechslungsgefahr bei den angesprochenen Verkehrskreisen vorliegt.
    • Ein Zeichen, das genauso oder ähnlich wie eine bekannte Marke aussieht egal für welche Waren/Dienstleistungen, wenn hierdurch die Unterscheidungskraft oder die Wertschätzung der bekannten Marke ohne rechtfertigenden Grund in unlauterer Weise ausgenutzt oder beeinträchtigt wird

    Man darf ohne die Erlaubnis des Markeninhabers im geschäftlichen Verkehr keine markenverletzenden Waren herstellen, zum Verkauf anbieten, in Umlauf bringen nutzen oder besitzen.

Was besonders viel gefälscht wird

Laut den Zahlen der deutschen Generalzolldirektion in der externer Link Zolljahresstatistik betrafen im Jahr 2024, gemessen nach der Anzahl der Aufgriffe, die meisten Beschlagnahmungen persönliches Zubehör, wie zum Beispiel Sonnenbrillen, Taschen, Uhren und Schmuck (6.756). Als nächste Warenkategorie folgte Kleidung und Zubehör (5.637).

Woran Sie "Fakes" erkennen können

Balkendiagramm Statistik, siehe dazu Text

Umfrage des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum 2023

Eine Umfrage des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum aus dem Jahr 2023 zeigt, dass 10 Prozent der Deutschen bereits wissentlich gefälschte Produkte gekauft haben. Bei 13 Prozent geschah dies unbeabsichtigt, während 27 Prozent unsicher waren, ob sie ein gefälschtes Produkt erworben haben. In der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen lag der Anteil der Unsicheren sogar bei 44 Prozent.

Da Fälscher sehr kreativ sind, Trends folgen und immer professioneller werden, ist es nicht immer einfach, Fälschungen zu identifizieren. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben schon oft – unbewusst oder sogar bewusst – gefälschte Produkte gekauft.

Diese Punkte deuten auf Produktfälschungen hin:

  • Niedriger Preis: Erster Indikator für eine Fälschung ist oft der sehr niedrige Preis - häufig verbunden mit einem Blitzangebot, das zu unüberlegten Käufen verleiten soll.
  • Schlechte Qualität: Zudem ist die Qualität oft minderwertig und gröbere Fertigungsweise oder fehlerhafte Verarbeitung können Anzeichen dafür sein, dass es sich nicht um Originalware handelt.
  • Fehlende oder falsche Kennzeichnung: Bei Produkten, die unter EU-Richtlinien fallen (z. B. Spielzeug, Elektronik, Maschinen) kann eine fehlende CE- oder TÜV-Kennzeichnung auf eine Fälschung hindeuten. Aber auch ein Signet bietet keine Gewähr für Originalware. Manchmal ist das Sicherheitsetikett, zum Beispiel ein Hologramm-Siegel, auch defekt oder überklebt.
  • Schlechte Kundenbewertungen: Im Online-Handel können negative Kundenkommentare als Hinweis dienen.
  • Dauerhafte Verfügbarkeit: Manche Original-Produkte sind aufgrund komplexer Herstellungsverfahren und Vertriebsketten nicht immer vorrätig. Dauerhafte Verfügbarkeit in hohen Mengen könnte daher auch ein Alarmzeichen sein.
  • Verkäufer-Angaben: Sofern traditionell in Europa hergestellte Produkte von Verkäufern aus nicht EU-Ländern angeboten werden, sollte man vorsichtig sein. Ebenso wenn bestimmte Produkte nicht über die dafür üblichen Vertriebspartner angeboten werden.
  • Fehlerhafte Angebotsdarstellung: Auch Rechtschreibfehler im Angebotstext oder schlecht gemachte Fotos können ein Hinweis sein. Allerdings ist in letzter Zeit durch den Einsatz von KI-Tools ein Rückgang solcher offensichtlicher Fehler zu beobachten, was es für unvorbereitete Konsumenten schwieriger macht, diese Angebote auszuschließen.

Phänomen Fake-Fluencer

Problematisch im Online-Handel sind Influencer, die gefälschte Markenware bewerben. Denn mehr und mehr Verbraucher kaufen Produkte aufgrund von Empfehlungen von Influencern in den sozialen Medien. Doch nur, weil ein Produkt von jemandem, dem wir online folgen, empfohlen wird, heißt es nicht, dass es sich um ein Originalprodukt handelt.

Weitere Infos:

Wie Sie vorbeugen können

Vor dem Kauf kann der konkrete Check von ein paar Dingen helfen, nicht unbewusst auf Fälschungen hereinzufallen.

Klemmbrett mit Checkliste

Es lohnt sich, zu vergleichen und genau zu prüfen:

  • Ist die Schreibweise des Markennamens und die Darstellung der Marke korrekt?
  • Ist die Gebrauchsanweisung in Ordnung?
  • Bei Online-Shops hilft ein prüfender Blick auf die Domain und ins Impressum.
  • Achtung bei Werbung in sozialen Medien mit Links zu gefälschten Websites.
  • Bevorzugen Sie Käufe auf Rechnung bzw. nutzen Sie immer sichere Zahldienste.
  • Vorsicht vor Fakeshops: Das sind Internetauftritte, die Seiteninhalte von bekannten Markenherstellern kopieren und professionell und seriös erscheinen. Hier werden günstige (Marken-)Waren angeboten, die nach Bezahlung per Vorkasse entweder nur in minderwertiger Form oder gar nicht geliefert werden. Eine gute Orientierung, um auf diese nicht hereinzufallen, bieten die externer Link Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen.
  • Vermeiden Sie Impulskäufe und lassen Sie sich nicht von zeitlich begrenzten Angeboten unter Druck setzen und trauen Sie keinen Angeboten, die kaum zu glauben sind (bspw. Möglichkeit des Online-Kaufs von eigentlich rezeptpflichtigen Medikamenten ohne Rezept).
  • Nutzen Sie die Authentifizierungsmöglichkeiten von Rechteinhabern, wie Hologramme, RFID-Chips oder NFC-Technologie, um die Echtheit der Produkte zu prüfen.
  • Ein sicherer Weg ist zudem der Kauf direkt beim Originalhersteller.

Bild: gettyimages/Edwin Leung, iStock.com/makyzz und DPMA, Bild 2: DPMA, Bild 3: iStock.com/makyzz und DPMA

Stand: 21.04.2026